Seit seinen Anfängen hat sich Marketing kontinuierlich verändert - entsprechend weltpolitischen, wirtschaftlichen, technischen oder gesellschaftlichen Entwicklungen. So war nach dem zweiten Weltkrieg im deutschsprachigem Raum die Nachfrage nach Gütern des täglichen Bedarfs (wie Nahrungsmittel oder Kleider) hoch - höher als das vorhandene Angebot. Als Verkäufer orientierte man sich an einer raschen Produktion, um besagte Nachfrage schnellstmöglich zu bedienen und befand sich damit in einer Komfortzone - Qualität, Service oder Eindruck schaffende Werbeaktionen waren nicht notwendig.
Mit dem in den 1950ern einsetzenden ökonomischen Aufschwung ("Wirtschaftswunder") waren genügend Arbeitsplätze und folglich Kaufkraft vorhanden. Der Verkäufermarkt wandelte sich in den 60er Jahren dadurch in einen Käufermarkt - das Angebot war mittlerweile größer als die Nachfrage. Um weiterhin genügend Absatz generieren zu können waren Unternehmen gezwungen, sich gegen die Konkurrenz und Überproduktion durch eine Optimierung ihres Vertriebs durchzusetzen.
Es genügte auch nicht mehr, kostengünstig abzusetzen. Vielmehr sollte nur noch das produziert werden, was am Markt abgesetzt werden konnte, d.h. die Kundenbedürfnisse rückten näher in den Fokus. Unternehmen segmentierten dazu in den 70ern den Markt. In den 80ern wurde der emotionale Nutzen der Marktkommunikation entdeckt - gezielte Marketingaktivitäten über klassische Werbung dienten der Markenpflege und dem Image eines Produktes, um dieses als "Einzigartiges" der Konkurrenz gegenüber hervorzuheben.
Die Verschiebung vom Verkäufer- zum wettbewerbsintensiven Käufermarkt bedingte eine Umorientierung im Denkansatz der Unternehmen in den 90ern. Diese mußten nun die umfeldbedingten Veränderungen und Konsumententrends in den relevanten Zielmärkten berücksichtigen und mit den entsprechenden Marketingaktivitäten in ihrer Komplexität darauf reagieren: Ein auf die jeweilige Kundenlebenszyklusphase zugeschnittenes Leistungsangebot und Kundenmanagement sollte eine langfristige Kundenbeziehung aufbauen und Wettbewerbsvorteile sichern. Die Vielfalt der Kommunikationsmedien - insbesondere Internet und mobile Anwendungen - bedingen den "hybriden Konsumenten" des 21. Jahrhunderts: Dieser wird persönlich angesprochen, flexibel multidimensional informiert und oftmals in die Produktentwicklung miteinbezogen. Aufgrund dessen weisen Kunden heutzutage ein indifferentes Kaufverhalten auf - es ist keine Seltenheit, die Lebensmittel bei Aldi zu kaufen und einen Porsche zu fahren.
Marketing ist daher nicht mehr nur als ein auf Kunden ausgerichtetes Denken und Handeln zu verstehen, sondern als Managementkonzept, welches das Marktverhalten eines Unternehmens mit bestimmt und dazu dient, die Kernkompetenzen zu bündeln.
Diesen Prämissen folgt auch das N.E.T.Z.: Als Existenzgründerzentrum stellt es seinenen ansässigen Unternehmen als Kunden entsprechend ihren Bedürfnissen alle Leistungen individuell zur Verfügung, die diese benötigen, um sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren zu können. Gleichzeitig bündelt es als Kompetenzzentrum für Marketing und Vertrieb die Fertigkeiten der ansässigen Unternehmen. Mit den Firmen des Zentrums steht den Kunden für jeglichen Bedarf ein umfassendes Leistungsportfolio aus Marketing und Vertrieb sowie kompetente Ansprechpartner zur Verfügung, um eine kundenspezifische, ganzheitliche Lösung realisieren zu können. Auch hausintern werden Synergien genutzt und projektabhängig Kooperationen gebildet.

